müssen

Ich muss heute noch einkaufen gehen, dann mit dem Hund raus und danach muss ich unbedingt noch eine Waschmaschine anstellen. Wenn das erledigt ist, muss ich einen Text für die Uni lesen und am Abend muss ich noch meine Mama anrufen; das hatte ich ihr ja versprochen.

Das Leben besteht aus so vielen „müssens“.

Ich habe mein Leben, so wie es jetzt im Augenblick ist, selbst erschaffen. Mit vergangenen Entscheidungen und Wünschen habe ich ihm eine Richtung gegeben und hier stehe ich nun. Genauso kann ich also auch der Zukunft eine Richtung geben.

Warum bin ich nicht ein wenig dankbarer, für all die Dinge, die ich tun kann? Ich habe die Möglichkeit, einkaufen zu gehen. Denn ich bin in der glücklichen Lage, Geld zu besitzen, mit welchem ich aus dem wundervollen Sortiment im Supermarkt auswählen darf!

Dieser wundervolle Hund wohnt bei mir. Er zaubert mir so oft ein Lächeln ins Gesicht und ihn bei einem Spaziergang glücklich schnüffelnd beobachten zu dürfen ist doch ein so großes Geschenk!

Ich bin im Besitz einer Waschmaschine, die mein Leben vereinfacht. Die Zeiten, in denen am Fluss gewaschen wurde, sind vorbei (obwohl diese Tätigkeit gemeinschaftlich betrachtet auch einige Vorteile bietet) und eine Maschine erledigt für mich das Waschen. Zudem besitze ich Kleidung, die ich mag und pflege, in der ich mich wohlfühle. Ich besitze sogar so viel Kleidung, dass ich immer noch etwas zum Anziehen im Schrank habe, auch wenn gerade die Waschmaschine läuft. Was für ein Glück!

Ich bin in der glücklichen Situation, studieren zu können. Na gut, der Kredit will irgendwann abbezahlt werden, aber ich habe die Zuversicht und das Vertrauen, dass ich das schaffe. Außerdem habe ich den Rückhalt meiner Familie, die mich unterstützt, wenn es am Ende des Monats mal knapp wird. Also warum lese ich diesen Text für die Uni dann nicht mit mehr Dankbarkeit?

Meine Mama und ich verstehen uns gut. Wir können miteinander sprechen. Ich kann sie anrufen. Sie interessiert sich für mein Befinden. Das ist doch toll!

 

So vieles in meinem Leben sehe ich als selbstverständlich an, obwohl es das nicht ist. Ich möchte dankbarer sein und das Wort „müssen“ nun endlich aus meinem Wortschatz streichen, denn es erzeugt Druck (auch wenn dieser unbewusst vorherrscht) und lässt uns unliebsame Aufgaben unachtsam und schnell erledigen. Ich möchte nicht warten, bis ich einen geliebten Menschen, einen Haushaltshelfer, ein Haustier oder mein Einkommen verliere, damit ein Umdenken stattfindet. Ich möchte ab jetzt dankbar sein.

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