ärgern

Heute ist mir eine meiner schönsten Tassen heruntergefallen und auf dem Küchenboden zerbrochen. Ich könnte mich ärgern!

Letzte Woche hat ein Hundebesitzer die – wahrhaft großen – Hinterlassenschaften seines Vierbeiners mitten auf dem Waldweg liegen gelassen. Ich habe sie nicht gesehen, aber bemerkt, da es plötzlich ganz schön rutschig wurde. Der Haufen war nun platt und auf den doppelten Umfang gewachsen. Den Rest trug ich unter meinem linken Schuh dann spazieren. Wie ärgerlich!

Oder am Telefon in Warteschleifen festhängen. Auch so ein Übel, das mich zur Weißglut bringt. Das freundliche Hintergrundgedudel beim Warten hebt meine Laune dann auch nicht. Im Gegenteil: im Takt der Musik erhöht sich mein Puls. Dann ist es tatsächlich für alle Beteiligten besser, dass nach minutenlangem Warten dann doch niemand am anderen Ende das Gespräch aufnimmt. Sonst würde derjenige die volle Wucht meines Ärgers abbekommen.

Aber mal ganz im Ernst: wie sieht die Situation aus, nachdem wir uns geärgert haben? Liegt die Tasse dann nicht mehr zerbrochen auf dem Küchenboden? Ist die Schuhsohle dann wieder sauber und ist dann der Gestank verflogen? Habe ich dann doch jemand in der Hotline erreicht?

Nein! Es bleibt wie es ist. Nur jetzt ist die Laune auch noch im Keller. Wozu dann also ärgern? Ärger macht doch alles nur noch ärger.

Eine sinnvollere Reaktion könnte Humor sein. Über die Situation lachen: Scherben bringen Glück. Positiv denken: Ich hätte auch in dem Hundehaufen ausrutschen können und mir nicht nur den Schuh beschmieren. Damit will ich nicht sagen, dass ich es gutheiße, dass Hundehaufen liegengelassen werden! Aber statt mich darüber zu ärgern – und davon bewegt sich der Haufen auch nicht eigenmächtig in einen Mülleimer – möchte ich mich nicht mehr ärgern über Dinge, die ich nicht ändern kann.

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