gebranntes Kind

Manisch zieht sie ihre Kreise. Erst große, dann auf immer kleiner werdenden Bahnen. Wie eine Motte um die Lichtquelle kreist.

Eine dumme, kleine, unbelehrbare Motte. Kaltes, eintöniges, verletzendes Licht.

Bis sie sich verbrennt. Erneut. Eine weitere Narbe auf ihrer Haut. Nach und nach wächst sie zu. Schließt sich, überzieht sich mit neuer, junger Haut. Viel dünner als zuvor. Heller und für immer sichtbar. Verletzlicher. Erinnerungen an das Feuer.

Dieses heiße, lodernde Feuer.

Mit den Jahren entstand so ein Narbengeflecht. Eine Landkarte der Enttäuschungen. Jeder Schlag ein Treffer, nur zugeben wollte sie das nie. Stattdessen hat sie weitergemacht. Stark sein. Immer weiter, immer weiter. Angezogen vom Licht. Von diesem Scheißlicht.

Hier steht sie nun. Sichtbar verwundet, dünnhäutig und die nächste Verbrennung erwartend. Mut oder Dummheit, dass sie sich trotz alledem dem Feuer nähert? Ein gebranntes Kind scheut doch das Feuer!

Es gab einen Moment, da ist ein klitzekleiner Funke übergesprungen und lodert seither in ihrem Inneren. Doch irgendwann wird es sie aus ihrer Mitte heraus verbrennen, das ist sicher. Niemand kommt, um zu löschen. Niemand kann es löschen.

Bis sie zu Asche wird läuft sie von Feuer zu Feuer, um ihrer Glut ein Zuhause zu geben.

Denn ohne Feuer ist ihre Welt doch nur kalt.

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